Hannibal
Günter Schütt
Hannibal
Roman
Ca. 160 Seiten
Gebunden, mit Schutzumschlag
Ca. € 22,00 (D) / € 22,60 (A)
ISBN 978-3-95510-401-6
Warengruppe 1112
Erscheint am 24. August 2026
Was bleibt, wenn ein Missbrauchsfall niemals aufgedeckt und die Wahrheit zur Version wird?
Eine junge Frau stößt viele Jahre nach den Anschuldigungen gegen einen Lehrer wieder auf ihre Aufzeichnungen aus der Schulzeit. Doch hellen sie die Vergangenheit so auf, wie sie es sich gewünscht hat?
Ein Roman über Verantwortung in einer Schule, die nicht mehr im Klassenzimmer endet, sondern sich in Klassenchats und sozialen Medien fortsetzt.
Jahre nach einem ungeklärten Missbrauchsfall an ihrer Wiener Schule reist Anastasija – inzwischen Medienmanagerin in einem Unternehmen – zum Begräbnis ihres ehemaligen Lehrers nach Andalusien. Dort erhält sie ihr verloren geglaubtes Jugendtagebuch zurück. Ein Text voller Lücken. Notizen, die andeuten – und ausweichen. Zurück in Wien sucht sie Antworten. Matilda, die den Missbrauch damals angezeigt hatte, hat sich das Leben genommen. Bleibt Anja. Ausgelaugt. Vorsichtig. Und mit Erinnerungen, die denen Anastasijas widersprechen.
Und da ist die Witwe des Lehrers. Die Frau, die ihm die Treue hielt – und die Anastasija damals auf ihrer Finca bestärkte, ihre bruchstückhaften Erinnerungen niederzuschreiben, um dann die Tagebücher verschwinden zu lassen. War sie Manipulatorin? Oder das erste Opfer?
In einer reduzierten, präzisen Sprache hält Günter Schütt jede Figur in der Schwebe. Kein Urteil. Keine Entlastung. Nur die Frage, was bleibt.

Günter Schütt,
geboren 1982, lebt in Wien. Er studierte Philosophie, Psychologie und Literaturwissenschaft und arbeitete mehrfach zu Karl Kraus. Seine literarischen Werke kreisen um Macht, Sprache und die Formen des Davonkommens. Hannibal ist sein Debütroman im Osburg Verlag.
Autorenfoto: © Minitta Kandlbauer


