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DER TISCH bricht eingefahrene Sichtweisen auf

22.08.2018

Osburg Verlag, 197 S., 20,00 EUR
Mit der melancholischen Ruhe und Schicksalsergebenheit, für die die russische Literatur zu recht von vielen geliebt wird, erzählt Kokurin eine packende Geschichte: Als die Erdkundelehrerin Anna 1986 ihre Mutter aus einem Dorf bei Polozk zu sich nach Gorki (das heute wieder Nischni Nowgorod heißt und gerade WM-Spielstätte ist) holen will, besteht jene darauf, den Esstisch der Familie mitzunehmen. Derlei ist bei den sowjetischen Eisenbahnen aber nicht vorgesehen und so begeben sich Mutter und Tochter zu Fuß auf den 1000 km langen Weg. Beim Handwagenziehen erfährt die Tochter das Geheimnis des Tisches, vieles über ihre Mutter und noch mehr über sich. Wie sehr die beiden Weltkriege das Leben der Russen bestimmt, ja oft zerstört haben, wird sehr deutlich: der Vater fiel schon früh an der Front, Mama berichtet von ihrer großen und wenn auch unausgelebten, so doch in gewisser Weise erfüllten Liebe zu einem Wehrmachtsoffizier und vom traumatischen Verlust ihrer besten (jüdischen) Freundin. Man begegnet seltsamen Gastgebern und hilfsbereiten Milizionären und landet am Ende Austern essend im besten Hotel Moskaus. Die Reise hat beide verändert und eingefahrene Sichtweisen aufgebrochen. Genau das kann dieses Buch vielleicht auch leisten.

Weitere Infos: www.osburg-verlag.de/der-tisch.html

© 01. August 2018  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| 

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