Zum Warenkorb:

0 Artikel - 0,00 €
Sie haben keine Artikel in Ihrem Warenkorb.

0

Das Judaskreuz - eine Hommage an die Menschlichkeit

04.10.2018

 Eine Hommage an
die Menschlichkeit

„Das Judaskreuz“, der erste Roman von Dr. William Boehart

 

Mölln (mno). Drei Jahre hat
es gedauert – jetzt liegt er in
den Buchhandlungen. Die
Rede ist von dem Roman
„Das Judaskreuz“. Geschrie-
ben hat ihn Dr. William Boe-
hart. „Es ist mein erster Ro-
man“, verrät der frühere Ar-
chivar des Südkreises, bei ei-
nem Gespräch mit dem
MARKT. Wie kommt ein His-
toriker dazu, statt wissen-
schaftliche Aufsätze Prosa
zu verfassen?.
„Ich wollte schon seit mei-
ner Studienzeit einen Ro-
man schreiben. Die Idee für
den Stoff hatte ich bereits in
meiner Zeit als Archivar ge-
habt“, lautet die Antwort des
gebürtigen Amerikaners. Im
Ruhestand fand der 70-Jähri-
ge Zeit zum Schreiben. Her-
ausgekommen ist ein 504
Seiten starkes Buch.
Hauptfigur ist Friedrich
Sprewitz, ein Winkeladvo-
kat, der tatsächlich im Mölln
des 19. Jahrhunderts gelebt
hat, erklärt William Boehart.
Um diesen Friedrich Spre-
witz spinnt der Autor einen
spannenden Plot. Das Judas-
kreuz ist Kriminalgeschichte
vor historischem Hinter-
grund und mit philosophi-
schen Anteilen, eine Liebes-
geschichte und ein Werk vol-
ler Intrigen. Das alles wird at-
mosphärisch dicht und
spannend erzählt. Der Hand-
lungszeitraum erstreckt sich
vom Revolutionsjahr 1848
bis in das Jahr 1879. Schau-
plätze sind neben Mölln
auch Ratzeburg und das Gän-
geviertel Hamburgs.
Friedrich Sprewitz sei ei-
ne historische Figur, erläu-
tert William Boehart. Der
Möllner sei als junger Mann

W.Boehart

   William Boehart.
                             Foto: Nordmann

auch die Machenschaften ei-
nes antisemitischen Ge-
heimbundes mit dem Namen
Judaskreuz eine Rolle in dem
Roman.
In dem Buch geht es also
nicht nur um eine Suche und
einen Mord. „Die Historie ist
mir wichtig“ sagt William
Boehart. Es geht um die ge-
scheiterte Revolution und
die politische Entwicklung
des Landes bis nach der
Gründung des Kaiserreiches.
Der aufkeimende Antisemi-
tismus in Deutschland jener
Jahre fließt ein, ebenso das
„Gegenmittel“, die Aufklä-
rung. „Der Aufklärer Gott-
hold Ephraim Lessing spielt
in dem Buch eine große Rol-
le“, sagt Boehart, der über
Lessing promoviert hat. Der
Geheimbund in dem Roman
will ein Lessing-Denkmal in
Hamburg verhindern. Die
Akteure des Buches geraten
in ein Netz von Verstrickun-
gen. Viele Fäden werden in
dem Buch gesponnen. Soviel
sei aber verraten: Am Ende
löst sich alles auf.
„Der Roman ist auch eine
Hommage an Lessing und an
die Menschlichkeit“, betont
der Autor. William Boehart
sieht bei der Thematik
durchaus Parallelen zu aktu-
ellen gesellschaftlichen Ent-
wicklungen.
Das Buch „Das Judas-
kreuz“ ist im Osburg Verlag
erschienen und im Buchhan-
del erhältlich. William Boer-
hart liest aus seinem Roman
am Donnerstag, 20. Septem-
ber, im Refektorium des Rat-
zeburger Domes. Beginn ist
um 19.30 Uhr. Karten sind in
der Buchhandlung Weber in
Ratzeburg erhältlich.
für die bürgerlichen Rechte
eingetreten und habe die Re-
volution miterlebt. Er galt
aber als Sonderling, der 1883
verarmt in Mölln starb. „Das
Judaskreuz“ ist aber keine
Biografie des Advokaten.
„Ich habe die Figur funktio-
nell aufgefüllt und fantasie-
voll ausgeschmückt“, sagt
der Autor. In dem Buch er-
hält Sprewitz eine zweite
Chance. Er taucht im Ham-
burger Gängeviertel unter,
um die Wahrheit über seine
ehemalige Geliebte, die
Schriftstellerin und Revolu-
tionärin Recha Mendelssohn
herauszufinden. Sprewitz ist
aber nur eine Figur in der
komplexen Geschichte, die
eben auch einen Kriminalfall
beinhaltet. Auf dem Sockel
des halbfertigen Krieger-
denkmals in Mölln wird im
Oktober 1879 ein Toter ge-
funden, ermordet. Der Ham-
burger Kriminalinspektor Ja-
kob Hundt steht vor einem
Rätsel, die Spur führt ins
Hamburger
Gängeviertel.
Neben dem Mord spielen

 

                                                        15.09.2018, MARKT Ratzeburg / Mölln, Markt-Verlag

 

                                                        (zum Buch)

« Zurück